KunstWohnWerke eG

Erster Standort eines Projektes der KunstWohnWerke eG ist die ehemalige Kleiderfabrik der Firma "Röcke, Hosen, Blusen" von Henrik Kuszner in der Streitfeldstraße 33 in München, Berg am Laim.

Mit ihrer sachlichen und hochflexiblen Baustruktur boten zwei Bestandsgebäude aus den 60er und 70er Jahren die Möglichkeit, Räume und Ausstattung den Bedürfnissen der Einzelnen und der Gemeinschaft anzupassen.

Architekturbüro: Holzfurtner und Bahner, München

 

Erbbaurechtsmodell

Die Stiftung trias wurde 2010 die Eigentümerin von Grund und Boden.

Die KunstWohnWerke München eG erwarb 2010 die beiden Gebäude im Erbbaurecht (4 % Erbbauzinsen).

So kann dieses Projekt langfristig für die Zielsetzungen in der Satzung der KunstWohnWerke eG gesichert werden.

 

Konzept

In enger Absprache mit Vertreter_innen der Stadtteilpolitik (Bezirksausschuss) und Verwaltung (Stadtplanung und Lokalbaukommission) entstand das innovative und modellhafte Nutzungskonzept mit einer Mischung von Arbeiten und Wohnen im Gewerbegebiet. Die Vorstandsmitglieder der KunstWohnWerke eG entwickelten das Finanzierungskonzept für Erwerb, Sanierung und Umbau mit Eigenkapital in Form von Genossenschaftsanteilen, zinsgünstige, private Darlehen, über 130 Kleinbürgschaften aus dem Umfeld der zukünftigen Nutzer_innen.

Für die Nutzergruppe betreute sie die Umbau- und Sanierungsplanung und koordinierte die Eigenleistung.

 

Nutzungen

Seit 2012 werden etwa 45 Einheiten mit Größen von 15 bis 100 qm als Arbeitsräume genutzt. 15 Genoss_innen wohnen zudem in ihren Einheiten. Es gibt einen großen Gemeinschaftsraum mit Küche und Dachterrassen, diesem angegliederte Gästewohnungen und einen Projektraum im Erdgeschoss mit  zugeordneter Freifläche im Hof.

Performances, Konzerte, Lesungen, Ausstellungen, Feste und Kursangebote sorgen für einen lebendigen Austausch der Mitglieder untereinander und mit der Nachbarschaft. Die Förderateliers bringen neue Impulse aus dem In- und Ausland.

 

Selbstverwaltung

Die Tätigkeit KunstWohnWerke eG im Projekt beschränkt sich nach der Inbetriebnahme  weitestgehend auf die Bereiche Instandhaltung und Wartung, die Nutzung von Raumpotentialen und die Zusammenarbeit mit  Sprecher_innen aus dem Projekt. Arbeitsgruppen decken verschiedene Bereiche ab (u.a. Öffentlichkeitsarbeit, Technik, Außenraum, Bewirtschaftung). Zusammen mit den Vollversammlungen der Nutzergruppe, den Terminen für Gemeinschaftsleistungen, Hausbegehungen und  verschiedene andere gleichmäßig verteilte  Aufgaben bilden sie das Grundgerüst der Selbstverwaltung. Diese ermöglicht  Kosteneinsparungen und geringe Nebenkosten.

 

Das Modellprojekt Streitfeld mit den neuen Verbindungen von Arbeiten und Wohnen, Kunst und Alltagskultur wird sich in Zukunft weiter entwickeln. Wir freuen uns über neue Impulse.